Dienstag, 19.09.2017

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Baltic Business News

Landkreis Pärnu

  

Pärnumaa ist gemessen an seinem Territorium das größte Landkreis Estlands und daher auch voller Interessantes und Entdeckungswertes. Pärnumaa hat über 200 Kilometer Seeküste, 177 Inseln und Inselchen, historische Ortschaften und großartige Natur – von Sümpfen und Mooren bis zu Wäldern und See. Alles wird von der alten Hansestadt Pärnu gekrönt – der wahren Sommerhauptstadt Estlands.

  

Historisch führten wichtige Handelsstraßen durch Pärnu, vom Norden in den Süden und vom Osten in den Westen. Daher gibt es interessante Ortschaften beides am Meer, an Flüssen und auch im Inland.

 

Zuerst sollten Sie gleich die schöne Stadt Pärnu (dt.: Pernau) besuchen – was wäre diese Stadt ohne seinen Strand und seine elegante Strandpromenade, seinen Kurstätten und Hotels. Die Stadt an der Mündung des gleichnamigen Flusses ist älter als man denkt. Vana-Pärnu (Perona), an der Mündung des Flusses Sauga, war eine mittelalterliche Stadt, die wiederholt vernichtet und später eben nicht mehr aufgebaut wurde – und schließlich in Uus-Pärnu aufging.


In Pärnu, besonders auf der Rüütli Straße, sieht man viele für die Stadt historisch bedeutende Gebäude. Die ältesten Bauten der Stadt sind jedoch die Stadtwehranlagen: die teilweise erhaltenen Bastionen und der Wallgraben – von der alten Stadtmauer sind nur noch der Rote Turm (estn.:  Punane torn) aus dem  15. Jahrhundert und das barocke Tallinner Tor  (estn.:  Tallinna värav) aus dem 17. Jahrhundert erhalten. As der späteren Zeit stammen Bauten wie die Villa Ammende (1905) und einige funktionalistische Gebäude wie das Strandhotel und die Strandcafé (1937 und 1940). Aus den Sowjetzeit stammen das neue Theater und viele Sanatoriumhäuser. Zwar ist Pärnu zu jeder Jahreszait bezaubernd, sollten Sie die Stadt doch eher im Sommer besuchen um alle ihre Reize genießen und so viel Zeit wie möglich draußen verbringen zu können.

 

Nach Pärnu könnten Sie das 14 Kilometer entfernt liegende Städchen namens Sindi (dt.: Zintenhof) besuchen, das seinen Namen dem dortigen Gutsbesitzer und dem Pärnuer Stadtrat Carl Zindti verdankt und das als eine Industriesiedlung am Anfang des 19. Jahrhunderts entstand. As dieser Zeit stammen die ältesten (Industrie)-Bauten und Arbeiterhäuser. Seit der Sowjetzeit ist Sindi als Bildungszentrum bekannt, viele der Fachschulen arbeiten bis heute. Interessant sind das Bahnhofsensemble aus dem Ende der 20er Jahre, das Rathaus und Sindi­-Lodja am Fluss Reiu.

 

Die grittgrößte Stadt von Pärnumaa ist die 40 Kilometer von Pärnu liegende, romantische Kilingi-Nõmme, benannt nach dem Gut der Schillings und der in 1789 gegründeten Schänke von Nõmme. In Kilingi-Nõmme können Sie die schöne ’Hauptstraßen-Holzarchitektur’ genießen, verschiedene Kulturobjekte, schmückende Stadtskulpturen usw.

 

Abseits der Städte sollten Sie die Küstengebiete besuchen: Tõstamaa (dt.: Waist), Häädemeeste (dt.: Gudmannsbach) oder Tahkuranna (dt.: Tackerort). In Tõstamaa ist die Maarja-Kirche sehenswert (1763–1768), das Gutshaus mit dem Park, dessen frühklassizistisches Herrenhaus Anfang des 19. Jahrhunderts erbaut und später als spätklassizistisch reoviert wurde, die Tõstamaa Sängerbühne und der Stausee aus den 1970er.

 

In Häädemeeste besuchen Sie die Mihkli-Kirche (1874) und die orthodoxe Kirche. Häädemeeste wird von schönen Kiefernwäldern, Küstenwiesen und dem fast unberührten Tokluse Moor im Luitemaa Naturschutzgebiet charakterisiert.
Tahkuranna ist ein historisches Fischerdorf und das Zetrum der gleichnamigen Gemeinde. Fischfang war hier stets die Haupttätigkeit, am See finden Sie die “Lange (bzw. die Große) Nase“ (estn.:  Pikk od. Suur nina).

 

Richtung Inland könnten Sie kurz Paikuse (dt.: Staelenhof) besuchen – dort finden Sie den malerischen Fluss Reiu, in der Nähe Schwimmmöglichkeiten im Fluss Pärnu, den spiegelglatten See Seljametsa und den großartigen Nationalpark Soomaa (übers.: “Sumpfenland“). Soomaa besteht aus 4 Sümpfen und läuft über den Rand von Sakala Hochland bis zum Tiefland von Pärnu. Daneben gibt es in Soomaa 5 Moore.

 

Weiter können Sie nach Tori (dt.: Torgel) fahren (Tori Museum), das für seine Pferdezucht und das bekannte ’Tori Pferd’ berühmt ist. Sehen Sie sich die Kirche mit Kapellenhaus und Friedhof an, der in den lutherischen und orthodoxen Teil eingeteilt ist.

 

Vändra (dt.: Alt-Fennern) im Nordosten ist ebenso sehenswert und nicht ohne Grund ist der Ort für seine bekannten Wäder in der estnischen Folklore verewigt. Sie können auch den Gutsprk besuchen, die Kirche und deren Umgebung, den alten Friedhof und verschiedene Denkmäler.

 

Falls Sie etwas Zeit für eine Seefahrt haben, sollten Sie unbedingt die Insel Kihnu (schw. Kynö) besuchen, obwohl man heutzutage auch das Flugzeug bevorzugen kann. Die Insel ist dermassen besonders, dass man diese Atmosphere selbst erleben muss. Sie ist zwar klein, aber man kann überall das gewisse Etwas spüren, das sich in der lokalen Volkstracht, in der Folklore, in dem Essen, der Natur und den Traditionen widerspiegent. Nicht grundlos wurde Kihnu auf die Liste des mündlichen Erbes der Menschheit von UNESCO aufgenommen. Auf dem Kap Pitkänä finden Sie den Leuchtturm von Kihnu, interessant ist auch die dortige Kirche.