Dienstag, 19.09.2017

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Baltic Business News

Landkreis Järva

 

Ungeachtet dessen, dass dieser Landkreis sich geographish eher im Norden befindet, kann Järvamaa (dt.: Jerwen) mutig das Herz von Estland genannt werden. Das historische Zentrum ist Paide (dt.: Weißenstein).

 

Järvamaa bietet reichlich Gutshäuser, verschiedene Museen, Sehenswürdigkeiten und Abwechslung für einen aktiven Urlaub.

 

Es gibt acht Kirchen, von denen sechs im 13.-14. Jahrhundert errichtet sind und wobei Gotik vorherrschend ist. Besuchen Sie daher die Kirchen von Ambla (dt.: Ampel), Koeru (dt.: Kerro) und Järva-Peetri (Sankt Petri), Järva-Madise (dt.: Sankt Matthäi) und Järva-Jaani (dt.: Sankt Johannissee). Die Kirche von Paide (19.-20. Jahrhundert) und die Kirche von Anna (dt.: Sankt Annen, ab 1776) stammen aus älteren Perioden.    

 

Järva-Jaani, Järva-Madise und Järva-Peetri sind kleine, für Järvamaa typische Orte und tragen stolz den Prefix Järva- in ihrem Namen.

 

Auch Järvamaa hat ein historisch reiches Gutserbe, aber weil die Zeit oft das Ihre verrichtet, sind viele der Herrenhäuser nicht mehr erhalten. Meistens wurden die Gutshäuser im 18. Und 19. Jahrhundert errichtet und im guten oder besseren Zustand sind diese, die nach der Privatisierung im 20. Jahrhundert als Schulen eingesetzt wurden. Von den weniger bekannten Gutshäusern besuchen Sie Aruküla und Sargvere. Gut Aruküla in Koeru (dt.: Arroküll im Kirchspiel Kerro), wurde bereits im 17. Jahrhundert erbaut und zeigt das klassizistische Hauptgebäude aus den 1830er, den Gutspark und die etwas abseits gelegene Familienkapelle der Familie von Tolli.

 

Das in 1722 gegründete Gut Sargvere (dt.: Sarkver) ist ein Rittergut im Kirchspiel St. Petri in Jerwen, das barocke Hauptgebäude wurde in den 1760er erbaut – es sind großartige Rokoko-Stuckdecken erhalten. Vom imposanten Ehrenplatz und dem Gutspark ist nicht viel übrig, im Gutshaus befindet sich heutzutage eine Bibliothek. Von den bekannteren Gutshäusern können Sie sich Eivere (dt.: Eyfer) ansehen – ein wunderbares neogotisches Schloss, wo Sie auch übernachten und feiern können; Gut Albu (dt.: Alp), eines der ältesten Rittergutshäuser Estlands und das größte Gut in Järvamaa – heute arbeitet dort eine Schule; Gut Roosna-Alliku (dt.: Rosenthal) am Höhenzug von Pandivere wird als eines der schönsten Gutshäuser von Estland eingeschätzt – heute ebenfalls eine Schule; oder Gut Laupa (das Hauptgebäude ist eines der besten Beispiele für Gutsarchitektur des 20. Jahrhunderts in Estland, inspiriert von den Retrorichtungen des Jugendstils) – heute ebenso eine Schule.

 

Naturmäßig wird Järvamaa vom Endla Naturschutzgebiet geprägt, mit den für Zentralestland typischen Sumpfen, Sumpfinseln und Karstquellen – das Zentrum des Naturschutzgebietes liegt jedoch im Kreis Jõgevamaa, im Dorf Tooma. Wanderlustige finden in Enda viele gut ausgeschilderte Wanderwege und Quellen, wie z.B. Norra Quellensee, Sopa, die Oostriku Quellen usw.

 

Moderne Bauernkultur erleben Sie im Straußfarm von Sassi Bauernhof. Abwechslung finden Sie in der Glashütte von Karinu (dt. Kardina) mit seiner Glasbläserei, dem Schaukelpark Kiigeland und das Schildmenschendorf Kilplala.

 

Das Zentrum von Järvamaa – die Stadt Paide ist einen Besuch wert. Die Burg die sich dort befindet hieß ursprünglich Wittenstein (“weißer Stein“) wegen der weißen Kalksteinfarbe der Ordenburg, deren  Bauarbeiten bereits in der Mitte des 13. Jahrhundert begannen. Zum Ende des Jahrhunderts war Paide bereits einer der wichtigsten Militärstützpunkte des Deutschen Ordens. In den mittelalterlichen Kriegen wurde Paide stark mitgenommen und die Bedeutung des Ortes schrumpfte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts im russischen Zarenreich als Zentrum von Kreis Jerwen. In 1786 wurde die Kirche von Paide fertig gestellt, ein paar Jahre später das Gerichtshaus. Im nächsten Jahrhundert erhielt die Stadt ein Krankenhaus und eine orthodoxe Kirche. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde der Wallberg (estn.: Vallimägi) aufgeräumt und die historische Wallturm (estn.: Vallitorn) renoviert, den die sowjetischen Truppen im 2. Weltkrieg gesprengt haben. Die Jahren der 1. Republik brachten der Stadt mehrere funktionalistische Gebäude und obwohl die Stadt im letzten Krieg keine größeren Schaden erlitt, wurden viele historische Holzbauten in der Sowjetzeit durch typische Plattenbauten ersetzt.