Dienstag, 19.09.2017

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Baltic Business News

Landkreis Ida- Viru

 

Ida-Virumaa (dt. übers.: Ost-Wierland) ist bezogen auf seine Geographie, Natur und Kulturgeschichte eine der interessantesten Regionen Estlands, wo Sie Seite an Seite historische Schlösser, Industriestädte, atemberaubende Natur und Schwerindustrie vorfinden werden.

 

Ida-Virumaa hat ein interessantes Gutserbe und Sie sollten sicherlich einige außergewöhnliche Beispiele besuchen. Z.B. Gut Saka (dt.: Sackhof) umgeben von wunderbarer Natur und von vielen Sehenswürdigkeiten – liegt es direkt an der Steilküste Nordestlands. Von 1941-1943 befanden sich hier abwechselnd die Küstenwachen von Esten und Deutschen und nach dem Krieg die Küstenwache der Sowjetunion, wovon heute noch der wiederhergestellte Wachturm zeugt. Erhalten sind auch das Hauptgebäude des Herrenhauses im Stil der Neorenaissance von 1862-1864 umgeben von einem artenreichen Park. Im Gutshaus befindet sich ein Hotel, ein Spa und ein Restaurant. Die ganze Gegend ist voller Sehenswertes, z.B. die höchste Erhebung des Baltischen Glints mit 55 Metern.

 

Weiter, 147 Kilometer von Tallinn entfernt befindet sich das historische Gut Aa (dt.: Haakhof). Das barocke Hauptgebäude wurde am Ende des 17. Jahrhunderts erbaut und in 1730er Jahren renoviert (heute behergergt es ein Pflegeheim).

 

Nennenswert sind Gutshäuser von Illuka (dt.: Illuck), Mäetaguse (dt.: Mehntack) und Maidla (Wrangelstein), besonders hervorragend ist das Gutshaus von Kalvi (dt.: Pöddes). Diese Gegend ist dank ihrer Lage seit jeher populär, nicht nur als Ausflugsort – das imposante Schloss beherbergt heute ein Hotel mit Restaurant und Bankettsälen, in der Nähe gibt es einen Hafen und viele Sehenswürdigkeiten.

 

In Ida-Virumaa befinden sich auch viele Wanderwege, wie Kotka, Purtse (dt.: Alt-Isenhof) und Kurtna.

 
Der imposante Schlosspark von Oru (dt.: Orrenhof) im Tal des Flusses Pühajõgi (übers.: “Heiliger Fluss“) ist historisch äußerst wichtig und steht unter Naturschutz. Dort befand sich die im italienischen Stil erbaute Sommerresidenz des ersten estnischen Staatsoberhaupts Konstantin Päts – eine Perle der Ostseeküste, die im 2. Weltkrieg zerstört wurde.
Toila, wo der Park sich befindet, ist eine nette Kleinstadt am Meer mit guten Erholungs- und Übernachtungsmöglichkeiten. Sm beeindruckendsten ist die Küste Nordestlands genau auf der Saka-Ontika-Toila Linie.

 

In Ontika besuchen die den Wasserfall von Valaste (dt.: Wallast), der mit seinen 55 Metern das wahre Symbol der Steilküste und auch ein nationales Naturdenkmal von Estland ist.

 

Ida-Virumaa ist berühmt für seine ’Blauen Berge’ (estn.: Sinimäed), z.B. die in Vaivara, die in vielen Kriegen eine Schutzlinie gebildet haben. In dieser Gegend kamen im Sommer von 1944 nach Schätzungen über 170.000 Menschen ums Leben. Auch gibt es in Ida-Virumaa unikale Aschenberge (estn.:  Tuhamäed), z.B. bei Kiviõli (übers.: „Steinöl“), die als Abfallprodukt des Bergbaus und der industriellen Verarbeitung von Schieferstein entstanden sind.

 

Als Kontrast dazu finden Sie in Ida-Virumaa, im Norden der Iisaku-Illuka-Kurtna Linie, auf dem Kamefeld von Kurtna, das schönste Seensystem Estlands – mit seinen 11 Seen und verschiedenen Naturformen ist es eine Reise wert.

 

Von den Städten von Ida-Virumaa sollte man die relativ neuen Industriestädte nennen, wie Sillamäe (übers.: “Brückenberg“), Kohtla-Järve und das historische Jõhvi (dt.: Jewe). In den letzten Jahrzehnten haben sich die Städte stark verändert und es sind überall positivere Entwicklungen festzustellen. Sillamäe, das sogar auf den Karten von Sowjetunion nicht markiert war – weil es eine völlig geschlossene Militärstadt war – besitzt ein völlig unikales und kompaktes Stadtzentrum im Stil des ’stalinistischen Klassizismus: eine Sehenswürdigkeit an sich.

 

Zu einer der bekanntesten Besucherattraktionen von Ida-Virumaa ist nun das Museum in der ehemaligen Bergbauanlage von Kohtla geworden. Und natürlich die historische Grenzstadt Narva (dt.: Narwa), die ehemals ein wichtiges Zentum zwischen Ost und West war und die größte und bedeutendste Stadt im Osten des schwedischen Königreichts. Heute ist die Stadt der östlichste Ounkt der EU. Die ganze barocke Prachtstadt, die nicht grundlos  mit Dresden verglichen wurde, wurde im 2. Weltkrieg durch die sowjetische Luftwaffe fast zu 100% zerstört. Einige Anlagen wie die mächtige Hermannsfestung (gegenüber der Festung Ivangorod auf der nun russischen Seite), mehrere Schutzanlagen (Bastione) und einige historische Gebäude wuren wiederhergestekkt. Das Rathaus wartet noch auf eine umfangreiche Sanierung, so wie das ganze Rathausplatz. Dennoch hat die Stadt eine besondere Aura.

 

Bei Gelegenheit besuchen Sie auch die Ausflugsstätte der früherern russischen Aristokraten in Narva-Jõesuu (dt.: Hungerburg, übers.: “Narva Flussmund“) mit vielen historischen Holzbauten.

 

In Ida-Virumaa können Sie dazu noch Dutzende originelle und schöne Orte besuchen, wie z.B. Kuremäe (übers.: “Storchberg“) mit seinem russisch-orthodoxen Nonnenkloster von Pühtitsa (dt.: Püchtitz). Oder die Festung von Purtse, die Hl. Mihkli-Kirche in Jõhvi oder die Fischerdörfe am Peipussee (estn.:  Peipsi järv) wie z.B. Vasknarva (mit den die Ruinen der alten Ordensburg von Vasknarva, niederdt. und und schw.: Nyslott), Alajõe (dt.: Allajöggi), Rannapungerja (dt.: Rannapungern) und Lohusuu (dt.: Lohse) – doch das alles muss man selber sehen und erkundigen.