Mittwoch, 29.03.2017

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Baltic Business News

Bürgergesellschaft

 

In Estland wird als Bürgergesellschaft eine Teilnahmegesellschaft aller Menschen je nach ihren Interessen und Fähigkeiten bestimmt, die eine selbstiniziierte Zusammenarbeit der Menschen zur Verfolgung ihrer Interessen, zur Auseinandersetzung mit öffentlichen Angelegenheiten und zur Teilnahme an Entscheidungen umfasst, daneben auch die Organisationen, Netzwerke und Institutionen die diese Zusammenarbeit ermöglichen. Bürgergesellschaft heißt ein fähiger öffentlicher Sektor, ein starker Privatsektor und ein aktiver Drittsektor.

 

Was ist der Unterschied zwischen dem Drittsektor und einer Bürgergesellschaft?

Der dritte (auch gemeinnütziger, nichtstaatlicher) Sektor ist ein zentraler Teil der Gesellschaft, der in Form der gemeinnützigen Gemeinschaften und Interessensgruppen, die wiederum auf Bürgeriniziative und Freiwilligkeit basieren, funktioniert.

 

Die Gesellschaft kann in drei zusammenwirkende Sektore geteilt werden:

Der öffentliche oder staatliche Sektor, der sich mit dem Schutz der allgemeinen und nationalen Annehmlichkeiten, mit der Gestaltung der entsprechenden Gesetzgebung usw. beschäftigt, dies auf der staatlichen und der lokalen Ebene. Dazu gehören die Institutionen des Staates und der Lokalverwaltungen (Orte, Gemeninden, Kommunen usw.) und öffentlich-rechtliche Institutionen.

 

Der zweite ist Geschäftssektor, der sich mit Erzielung von Gewinn durch Wirtschaftsbetrieb (bzw. Unternehmung) beschäftigt (wenn man das Wort 'Privatsektor' benutzt, zählt man sowohl den Geschäftssektor als auch den gemeinnützigen Sektor dazu).

 

Und zuletzt der dritte Sektor, der basierend auf neueren Entwicklungen sich in zwei geteilt hat:
die professionelle gemeinnützige Sphäre, in der sich Menschen als Lohnarbeiter hauptsächlich mit der Vertretung des öffentlichen Interesses, der Vormundung, dem Serviceangebot usw. beschäftigen – und – rein freiwillige Tätigkeit, wo Vertreter aus anderen Sektoren ihre Bürgeriniziative auf Basis der Freiwilligkeit ausüben.

Die verschiedenen Formen der Organisationen, die sich im dritten Sektor beschäftigen, sind eine gemeinnützige Organisation (auch NPO), eine Stiftung und eine Genossenschaft – alle drei können als gemeinnützige Verbände beschrieben werden und der Drittsektor als gemeinnütziger Sektor. Ein Großteil der gemeinnützigen Verbände sind Bürgervereinigungen oder Freiverbände – mit diesen Worten werden die von Einzelpersonen (d.h. nicht z.B. durch Institutionen der öffentlichen Macht) ins Leben gerufene gemeinnützige Organisationen bezeichnet.

 

Wie groß ist der Drittsektor Estlands?
Laut juristischer Bestimmung fungieren im Dirttsektor gemeinnützige Vereine, Stiftungen und Genossenschaften (zusammen als Bürger- oder Freiverbände genannt). Laut dem Stand vom 01. Dezember 2008 der Estnischen Zetrale der Register und Infosysteme sind insgesamt 27 854 Vereine eingetragen, davon – 808 Stiftungen und 27 046 gemeinnützige Gemeinschaften. Die Unterteilung je nach Bereichen und Regionen finden Sie unter:
www.rik.ee/e-ariregister/statistika/.

Die Zahl der Genossenschaften ist nicht bekannt. Laut der Studie der estnischen Dorfbewegung ‚Kodukant’ von 2006 gibt es in den ländlichen Gegenden rd. 450 Dorf- bzw. Landverbände (bzw.
-genossenschaften), dazu kommen noch vertragslose- und Stadtgenossenschaften.

Über die Hälfte der im Geschäftsregister eingetragenen Gemeinschaften sind Wohnungs-, Garagen- und Gartenverbände. Laut Schätzungen ergeben die Verbände 4-5% der arbeitsfähigen Bevölkerung.

Quelle: www.ngo.ee